Spielbericht

9. Spieltag: SV Willanzheim - 1. FC Iphofen 1:0 (0:0)

| Fußball - 1. Mannschaft

Das Warten hatte ein Ende. Der langersehnte Klassiker zwischen dem SV Willanzheim und dem Nachbarn vom FC Iphofen stand bevor. Dabei erwartete man - wie auch in den letzten Jahren - ein Duell auf Augenhöhe. Zwar standen wir in der Liga besser da, dafür verwies uns der heutige Gast im Pokalspiel mit einem 0:4 deutlich in die Schranken. Nach bereits fünf Niederlagen ging es für Iphofen bereits um alles. Wir hatten hingegen die einmalige Chance die Iphöfer bereits früh in der Saison aus dem Aufstiegsrennen zu verbannen.

Unser Trainer Elmar fand vor der Partie die richtigen Worte und forderte uns zu einem emotionalen Kampf auf. Zu diesem kam es. Beide Teams zollten dem gegnerischen Team zunächst sehr viel Respekt. Weder wir noch die Gäste riskierten übermäßig viel in den Offensivbereich. Aus einer gesicherten Defensive heraus wollten beide Mannschaften agieren und Fehler des Gegners durch schnelles Umschalten bestrafen.   Dabei spielte sich das Spiel besonders im Mittelfeld ab. Beide Defensivreihen standen sicher und ließen kaum Chancen zu. Iphofen kam in der ersten Spielhälfte lediglich durch Standardsituationen zum Torabschluss, zeigte sich jedoch dabei stets gefährlich. Wir hatten vorgesorgt und den Akteuren Weigand, Klinger und Jandl in Philipp, Patrick und Dieter ebenbürtige Kopfballspieler entgegengestellt, konnten den ein oder anderen Torabschluss allerdings nicht verhindern. Jedoch waren wir immer so eng am Geschehen dran, dass ein kontrollierter Abschluss unmöglich war. Wir spielten nach vorne zu Beginn sehr viele Fehlpässe, hatten allerdings einige Distanzschüsse zu verzeichnen. Von Erfolg waren diese allerdings ebenso wenig gekrönt, wie die Iphöfer Standards.  Es blieb bei einer ausgeglichenen aber chancenarmen ersten Halbzeit.

 

Erst in der zweiten Spielhälfte sollte die Partie endgültig Derbyniveau erreichen. Iphofen kam nun immer stärker auf, wir hielten mit Kampf dagegen und gewannen wichtige Zweikämpfe in der eigenen Hälfte. Besonders Alexander Flennert lieferte sich mit dem, an diesem Tag stärksten Iphöfer, Sebastian Klinger packende Zweikämpfe und gewann diese zumeist. Trotzdem konnten wir nicht verhindern, dass der Gast zu seiner ersten zwingenden Torchance kam. Lukas Weigand zog dabei überraschend aus spitzem Winkel ab, doch Simon Roth war auf dem Posten. Auf unsere Seite kamen Artur Unrau und Sebastian Flennert ins Spiel. Ein klares Zeichen für die Offensive und mehr Risiko. Auch über Johannes Dorsch, den die Iphöfer natürlich besonders auf der Rechnung hatten, kamen wir nun immer wieder bis vor den gegnerischen Strafraum. Dort fehlte uns aber der letzte Pass. Nach einer überraschenden Eckballvariante der Gäste hatten wir Glück, das Manuel Stöcker einen Schuss von Benedikt Jandl blocken konnte. Dann kam die spielentscheidende Szene: Eine Flanke der Gäste sollte den Iphöfer Lukas Weigand erreichen. Patrick Schmitt setzte sich im Strafraum zeitgleich in Bewegung und beide kreuzten jeweils die Laufbahn des anderen. Der Schiedsrichter entschied sofort auf Strafstoß als beide zu Fall kamen. Eine sehr harte Entscheidung, hätte man doch ebenso Offensivfoul geben können. Sei’s drum! Sebastian Klinger lief an und setzte einen platzierten Schuss ins Eck. Simon Roth war abgetaucht und parierte! Ein absoluter Wachrüttler und enormer Motivationsschub für die verbleibenden Minuten.

Nur wenige Augenblicke nach dem Schock für uns traf es die Iphöfer. Diesmal aber richtig. Nach einem Einwurf verlängerte Sebastian Flennert mit der Hake in den Strafraum, wo Johannes Dorsch den entscheidenden Schritt vor seinem Bewacher ans Leder kam und einen wuchtigen Schuss an die Unterkante der Latte setzte, von wo aus das Leder auf der Linie aufsprang und schließlich im Netz zappelte. 1:0! Die Iphöfer schmissen nun alles nach vorne. Wir verteidigten eisern und hätten nur einen Moment nach der Führung alles klar machen können. Diesmal zeigte unser Torgarant Johannes Dorsch Nerven und verfehlte alleine in Richtung Tor stürmend. Iphofen drückte und drückte. Wir kämpften um den Sieg und gewannen immer wieder die Zweikämpfe nach Standards der Iphöfer. Zahlreiche Eckbälle und Freistöße flogen in unseren Strafraum, doch einer unserer Abwehrspieler war stets zur Stelle. Gegen Ende der Partie kam es aufgrund der Anspannung beider Teams noch zu Szenen, die im Derby nicht fehlen durften. Rangeleien im Strafraum, Provokationen von beiden Fanlagern, Verweis eines Zuschauers vom Sportgelände und ein Platzverweis. Diesen erhielt Patrick aufgrund seines zweiten Fouls, was verständlich wäre, hätte der Unparteiische auf der anderen Seite ebenso konsequent nach taktischem Foul von  Jandl entschieden.  Egal, wir fighteten die letzten Minuten zu zehnt zu Ende und kannten kein Halten mehr, als der Schiedsrichter ein weiteres spannungsgeladenes Derby beendete.

Derbysieger, Derbysieger hallte es über das Sportgelände. Auf der einen Seite jubelnde Willanzheimer, auf der anderen Seite verbitterte Iphöfer, die wohl aufgrund der sechsten Niederlage im zehnten Spiel nichts mehr mit der Tabellenspitze zu tun haben werden. Ein Glücklicher Sieg, keine Frage, aber so ist Fußball, wenn’s läuft dann läuft’s!